G.H.O.S.T.

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G.H.O.S.T.-Text-DEU


G.H.O.S.T. (Giant Hamburger Overcasts Sunken Terrain)  

Volkswagen Bon Jovi. Big Mac mit Biofleisch. Dependance in Berlin. Das Image eines Objektes ist das Gesamtbild, das man sich von ihm macht, wobei dieses Gesamtbild einer eher gefühlsmäßigen Auseinandersetzung folgt. Es ist ähnlich wie ein Vorurteil oder das Vernehmen einer Aura etwas subjektives, kann, muss aber nicht immer Tatsachen und ihren komplexen Implikationen entsprechen und haftet hartnäckig an ziemlich allem was uns umgibt. Der Begriff Bio kann an nachhaltige Wirtschaft, Berlin an Kreativität, affektreiche Gesangswendungen an popkulturelle Hochglanzszenarien, der Klang eines Streichquartettes an mitteleuropäische Hochkultur denken lassen.

Ein Image kann auch für ein anderes Objekt von Nutzen sein, darauf übertragen werden und anders herum. Durch seiner Übertragung kann neue Bedeutung verliehen, Glaubwürdigkeit und Attraktivität gesteigert werden. Das macht ein Image auch für den Handel attraktiv.

Um das Image eines Objektes auf ein anderes zu übertragen wird in der Wirtschaft ein sogenannter Imagetransfer vorgenommen. Im Vorhinein getroffene Prognosen über die zu erwartenden Auswirkungen des Transfers sollen hierbei das Risiko der Übertragung negativer Eigenschaften reduzieren. Die dafür angewendeten Analysemethoden sind aufwendig und tragen Namen wie Exploration, projektives Verfahren, semantisches Differenzial, Zuordnungstest oder nonverbale Imagemessung. Mit ihrer Hilfe werden die komplexen Zusammenhänge zwischen Image und Inhalt rekonstruiert und möglichst gut ausgewertet. In Zeiten gesättigter Märkte bedarf es allerdings einer immer höheren Geschwindigkeit des Imagetransfers. Analyse, Auswertung und Einsatz des Transfers, sowie das Ableben der durch ihn übertragenen Werte ereignen sich innerhalb immer kürzerer Perioden. 

G.H.O.S.T. (Greatest Hits Of Suspended Time) imaginiert einen sich stetig wiederholenden, wechselseitigen Imagetransfer zwischen musikalischer Hoch- und Popkultur. Ausgetauscht werden musikalische Motive, welche das Image der kulturellen Umgebung tragen, derer sie entstammen. Die Transferfrequenz ist von Anfang an sehr hoch und steigert sich fortlaufend. Schließlich erreicht sie solche Ausmaße, dass Image und Inhalt musikalischen Materials immer schwerer erfasst und auftauchende Motive immer weniger nach der Wahrscheinlichkeit ihrer Nutzbarkeit eingestuft werden können.
Um der Beschleunigung des Transfers trotzdem Folge leisten und über die aufwändige, leistungsstarke Transfermethode weiterhin Rechenschaft ablegen zu können, wird das auszutauschende musikalische Material von G.H.O.S.T. (Go Home Old Sex Turtle) immer weiter zerkleinert und in seiner Komplexität immer weiter reduziert. Die Transfermethode erfüllt so auch bei rasender Geschwindigkeit noch ihre Aufgabe erfolgreich. Ab einem bestimmten Punkt der Beschleunigung werden jedoch bloß noch die musikalischen Elementarteilchen von G.H.O.S.T. (Get Help Or Stay Troubled) ausgetauscht. Sie sind schon wegen ihres geringen Umfangs nicht mehr weiter entschlüsselbar. Durch sie übertragen, werden Image und Inhalt, wenn überhaupt noch sichtbar, unvorhersehbar. Der wechselseitige Imagetransfer wird zum Imagetransfer-Feedback und schlägt um in eine nicht mehr kontrollierbare Eigendynamik. Der Zustand, in den die Transferfrequenz schließlich mündet, ist ein Flirren von Inhalten und Images, welche wie Geister Gesetzmäßigkeiten folgen, die uns verborgen bleiben.

G.H.O.S.T.-Text-DEU


G.H.O.S.T. (Giant Hamburger Overcasts Sunken Terrain)  

Volkswagen Bon Jovi. Big Mac mit Biofleisch. Dependance in Berlin. Das Image eines Objektes ist das Gesamtbild, das man sich von ihm macht, wobei dieses Gesamtbild einer eher gefühlsmäßigen Auseinandersetzung folgt. Es ist ähnlich wie ein Vorurteil oder das Vernehmen einer Aura etwas subjektives, kann, muss aber nicht immer Tatsachen und ihren komplexen Implikationen entsprechen und haftet hartnäckig an ziemlich allem was uns umgibt. Der Begriff Bio kann an nachhaltige Wirtschaft, Berlin an Kreativität, affektreiche Gesangswendungen an popkulturelle Hochglanzszenarien, der Klang eines Streichquartettes an mitteleuropäische Hochkultur denken lassen.

Ein Image kann auch für ein anderes Objekt von Nutzen sein, darauf übertragen werden und anders herum. Durch seiner Übertragung kann neue Bedeutung verliehen, Glaubwürdigkeit und Attraktivität gesteigert werden. Das macht ein Image auch für den Handel attraktiv.

Um das Image eines Objektes auf ein anderes zu übertragen wird in der Wirtschaft ein sogenannter Imagetransfer vorgenommen. Im Vorhinein getroffene Prognosen über die zu erwartenden Auswirkungen des Transfers sollen hierbei das Risiko der Übertragung negativer Eigenschaften reduzieren. Die dafür angewendeten Analysemethoden sind aufwendig und tragen Namen wie Exploration, projektives Verfahren, semantisches Differenzial, Zuordnungstest oder nonverbale Imagemessung. Mit ihrer Hilfe werden die komplexen Zusammenhänge zwischen Image und Inhalt rekonstruiert und möglichst gut ausgewertet. In Zeiten gesättigter Märkte bedarf es allerdings einer immer höheren Geschwindigkeit des Imagetransfers. Analyse, Auswertung und Einsatz des Transfers, sowie das Ableben der durch ihn übertragenen Werte ereignen sich innerhalb immer kürzerer Perioden. 

G.H.O.S.T. (Greatest Hits Of Suspended Time) imaginiert einen sich stetig wiederholenden, wechselseitigen Imagetransfer zwischen musikalischer Hoch- und Popkultur. Ausgetauscht werden musikalische Motive, welche das Image der kulturellen Umgebung tragen, derer sie entstammen. Die Transferfrequenz ist von Anfang an sehr hoch und steigert sich fortlaufend. Schließlich erreicht sie solche Ausmaße, dass Image und Inhalt musikalischen Materials immer schwerer erfasst und auftauchende Motive immer weniger nach der Wahrscheinlichkeit ihrer Nutzbarkeit eingestuft werden können.
Um der Beschleunigung des Transfers trotzdem Folge leisten und über die aufwändige, leistungsstarke Transfermethode weiterhin Rechenschaft ablegen zu können, wird das auszutauschende musikalische Material von G.H.O.S.T. (Go Home Old Sex Turtle) immer weiter zerkleinert und in seiner Komplexität immer weiter reduziert. Die Transfermethode erfüllt so auch bei rasender Geschwindigkeit noch ihre Aufgabe erfolgreich. Ab einem bestimmten Punkt der Beschleunigung werden jedoch bloß noch die musikalischen Elementarteilchen von G.H.O.S.T. (Get Help Or Stay Troubled) ausgetauscht. Sie sind schon wegen ihres geringen Umfangs nicht mehr weiter entschlüsselbar. Durch sie übertragen, werden Image und Inhalt, wenn überhaupt noch sichtbar, unvorhersehbar. Der wechselseitige Imagetransfer wird zum Imagetransfer-Feedback und schlägt um in eine nicht mehr kontrollierbare Eigendynamik. Der Zustand, in den die Transferfrequenz schließlich mündet, ist ein Flirren von Inhalten und Images, welche wie Geister Gesetzmäßigkeiten folgen, die uns verborgen bleiben.

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Credits

Andrés Fernández Pérez – Oboe | Luisa Lohmann – Klarinette/ Bassklarinette | Florian Bensch – Fagott | Damir Bacikin – Trompete/ Piccolotrompete | Alexandre Zanetta – Horn | Florian Juncker – Posaune | Guillaume Vairet – Schlagzeug | Biliana Voutchkova Violine | Hannah Walter – Violine | Johannes Pennetzdorfer – Viola | Tilman Kanitz – Cello | Ofrin – Gesang 

Dank an Clare Molloy, Daniel Eichholz, Tomas Svensson, Jean-Boris Szymczak (Studio P4 Berlin), Wolfgang Heiniger und Daniel Plewe (Studio für elektroakustische Musik der HfM Berlin) | Fotos: Nina Hoffmann

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Andrés Fernández Pérez – Oboe | Luisa Lohmann – Klarinette/ Bassklarinette | Florian Bensch – Fagott | Damir Bacikin – Trompete/ Piccolotrompete | Alexandre Zanetta – Horn | Florian Juncker – Posaune | Guillaume Vairet – Schlagzeug | Biliana Voutchkova Violine | Hannah Walter – Violine | Johannes Pennetzdorfer – Viola | Tilman Kanitz – Cello | Ofrin – Gesang 

Dank an Clare Molloy, Daniel Eichholz, Tomas Svensson, Jean-Boris Szymczak (Studio P4 Berlin), Wolfgang Heiniger und Daniel Plewe (Studio für elektroakustische Musik der HfM Berlin) | Fotos: Nina Hoffmann